Thema Verpflegung – Energie muss her!

Das Thema Verpflegung ist mit einer der zentralen Punkte bei der Planung einer Wanderung. Der Energiebedarf ist hoch und Mahlzeiten sind so etwas wie Höhepunkte auf einer Wanderung. Neben der Frage nach der notwendigen Energiemenge kommt auch immer die Frage nach dem Gewicht mit auf. Lasst uns über Essen sprechen!

Je länger die Wanderung ist, desto komplexer und wichtiger wird die Frage nach der Verpflegung. Bei Tagestouren oder kurzen Wanderungen zu einer Hütte über ein Wochenende ist dies nicht ganz so extrem. Aber je länger die Wanderung und je weiter weg von der Zivilisation wird dies zu einem zentralen Punkt. Gerade im skandinavischen Fjäll kann man damit rechnen, einige Tage kein Geschäft oder Proviantstelle zu erreichen. Speziell bei Routen abseits der großen Wanderstrecken, wie dem Kungsleden, ist man schnell ein oder 2 Wochen auf sich alleine gestellt. Der Nationalpark Sarek ist hier ein Beispiel.

Zwei Funktionen

Mahlzeiten auf langen Wanderungen erfüllen zwei Aufgaben. Zum einen, soweit klar, versorgen sie den Körper mit ausreichend Energie. Zum anderen aber, und dies wird oftmals unterschätzt, haben sie eine psychologische Funktion. Denn sie stärken nicht nur körperlich, sondern auch geistig. Hat man gerade einen langen Wandertag mitten im Regen hinter sich, dann ist selbst das einfachste warme Abendessen und der frisch gekochte Kaffee ein Luxusmenu. Frühstück und Abendessen sind Höhepunkte eines jeden Wandertages in der Wildnis.

Zahlen bitte!

Doch wieviel Energie braucht man eigentlich an einem Wandertag? Der Wert schwankt natürlich je nach Terrain und Wetter sowie der zurückgelegten Strecke und dem Gewicht des Rucksackes. Gehen wir mal von einem gewöhnlichen Wandertag im schwedischen Fjäll aus. Unsere Strecke ist ca. 18 km, das Wetter ist normal und die Temperaturen vorherbstlich. Wir sind ca. 8 Stunden unterwegs gewesen. Hier verwende ich eine Faustregel, nämlich ca. 600 kcal pro Stunde. Würde ich die gleiche Wanderung im Flachland machen, dann wäre der Wert ca. 400 kcal pro Stunde.

Somit hätten wir für die Wanderung ca. 4800 kcal. Hinzu kommt die Ruhezeit. Lasst euch vom Namen nicht täuschen! In dieser Zeit baut ihr das Zelt auf und ab. Ihr holt Wasser, reinigt eventuell einige Sachen usw. Es ist also nicht ganz so ruhig und der Körper setzt weiter Energie um. Ein Mann mit 35 Jahren, 180 cm groß und 80 kg schwer, hat immer noch einen Tagesumsatz von ca. 1800 kcal. Eine Frau im gleichen Alter, 160 cm groß und 60 kg schwer, hat einen Tagesumsatz von ca. 1300 kcal. In der Summe liegen wir also bei etwa 6000 bis 7000 kcal Energiebedarf pro Tag. Zum Vergleich, eine gewöhnliche Portion Schnitzel mit Pommes kommt auf ca. 800 kcal!

Diese Werte können (und sie tun es auch) schwanken. Wir haben Wanderungen gehabt mit Gipfeltouren, wo man auf ca. 8000 kcal kommt. Oder umgekehrt, lange Wanderungen ohne größere Schwierigkeiten mit etwa 4000 kcal. Es sind dennoch eine Menge Kalorien bzw. Energie, die der Körper braucht. Ich habe noch keine Wanderung erlebt, bei der ich nicht deutlich einige Kilo an Gewicht verloren habe. 😊

Was also braucht man für Proviant, um ausreichend den Bedarf zu decken? Und das Gewicht spielt eine wichtige Rolle! Das bespreche ich mit euch im nächsten Artikel zum Thema Essen!

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