Mehamn Arctic Hotel

Road Trip Finnmark Norwegen Teil 4

Endlich hatte ich meine Endstation in Mehamn erreicht. Ein kleines, doch recht gemütliches Hotelzimmer ließ mich die Gedanken an eine Zeltübernachtung vergessen. Auf dem Plan hatte ich für den Samstag natürlich Gamvik mit dem Leuchtturm, eine kleine Wanderung sollte ab dem frühen Nachmittag folgen und den Sonnenuntergang wollte ich von irgendwelchen Klippen hoch über der Barentssee verfolgen. Soweit so gut mit der Planung… 😉

Der Samstagmorgen aber ließ mich erst einmal an der Zuverlässigkeit meiner Wetter-App zweifeln. Als ich die Vorhänge öffnete staunte ich nicht schlecht. Denn statt dem erwarteten blauen Himmel und Sonnenschein regnete es in Strömen. Das war etwas überraschend! Ich machte mich auf zum Frühstück und checkte noch einmal die Wettervorhersagen. Die Vorhersage war immer noch wie am Abend zuvor. Blauer Himmel und Sonnenschein. Aber schnell hatte ich meinen Fehler gefunden. In den stündlichen Prognosen war tatsächlich Regen bis 10 Uhr Vormittag. Trotzdem blieb ich skeptisch. Denn der Himmel war grau in grau, eine Ahnung von blauen Himmel nicht in Sicht.

Küste Barentssee
Auf meiner kleinen Wandertour konnte ich die Natur hautnah erleben und genießen.

Ich frühstückte in Ruhe und bereite meine Ausrüstung vor. Als ich gegen 9.00 Uhr das Hotel verließ, hatte der Regen aufgehört. Der Himmel war immer noch grau, aber das sollte sich rasch ändern. Das sich das Wetter an der Barentssee sprichwörtlich innerhalb von Minuten ändern kann, das musste ich erst lernen. So machte ich mich auf den Weg auf einen nahegelegenen Hügel. Von dort hatte man sicher eine tolle Sicht auf das Meer. Dieser Hügel erwies sich als alte Befestigungsanlage der Deutschen im 2. Weltkrieg. Ich muss dazu sagen, dass ich mich im Vorfeld kaum informiert hatte. Vielmehr lag mein Fokus auf dem Leuchtturm und einer schönen Wanderung. Und nun stand ich auf den Ruinen des berühmt, berüchtigten Atlantikwalles… Zu mindestens eines kleinen Teiles davon.

Mehamn Arctic Hotel
Das Frühstück war gut und ausreichend. So konnte der Tag beginnen!

Kurze Zeit später machte ich mich auf den Weg nach Gamvik. Die Strecke von Mehamn nach Gamvik ist sensationell, ich stoppte mehrfach und sah mich genauer um. Und langsam begann auch das Wetter sich zu verändern. Als ich Gamvik erreichte, schien die Sonne. Von der Ortschaft sind es noch einmal ca. 3 km auf einem Kiesweg. Eigentlich hatte ich erwartet, dass es mehr Touristen an diesem Tag nach Gamvik zieht. Aber ich traf einzig auf zwei Wohnmobile, eine junge Familie und ein älteres Paar aus Schweden. So war ich nach kurzer Zeit allein am Leuchtturm. Ich durchstreifte ein wenig die nähere Umgebung und beobachtet Rentiere. Schon immer hatte ich ein Interesse an diesen scheuen Tieren. Ich verhielt mich so still wie nur möglich und versuchte mit meiner Kamera einige Aufnahmen.

Gamvik Finnmark Leuchtturm
Das Panorama war atemberaubend! Und der Leuchtturm wie aus dem Bilderbuch!

Auf dem Weg zurück zur Ortschaft Gamvik kommt man ebenfalls an einer Ruine des Atlantikwalles vorbei. Natürlich wollte ich mir auch diese ansehen. Es gab eine Infotafel, die über die Geschichte und Ereignisse aus der Zeit der deutschen Besetzung informierte. Etwas nachdenklicher fuhr ich zurück, um mir eine Stelle für eine Wanderung zu suchen. Zwar hatte ich eine grobe Vorstellung davon wo ich starten wollte, aber ich war noch etwas unentschlossen. Aber es passte alles. Ich fand einen kleinen Parkplatz, packte ein paar Sachen in meinen Rucksack und machte mich auf den Weg. Eine Tour-Beschreibung folgt etwas ausführlicher mit den nächsten Artikeln.

Gamvik Finnmark Ruinen
Reste der Küstenfestung in Gamvik. Die beiden Stellungen in Mehamn und Gamvik sind Teil des gigantischen Atlantikwall, der von der Barentssee bis nach Spanien reichte.

Am frühen Abend war ich zurück von meiner Tour und mehr als zufrieden. Die Landschaft war einfach nur atemberaubend, ich fühlte mich ausgepowert und happy. Ich fuhr zurück nach Mehamn, frischte im örtlichen Lebensmittelladen (COOP) meine Vorräte auf und bekam fast einen Herzinfarkt, als ich mir vier Dosen Bier kaufte… 😉 Verlockend war es, gleich eine Dose zu öffnen. Aber ich hatte noch eine Autofahrt vor mir. Auf dem Plan stand schließlich noch der Sonnenuntergang. Wenn ich ehrlich bin, ich habe wirklich eine ganze Weile überlegt, ob ich das einfach weglasse. Ich war doch recht geschafft. Zum Glück habe ich das nicht gemacht… 😊 Ich verstaute die Vorräte im Hotel und machte mich auf den Weg zum Örtchen Dyfjord. Mir hatte jemand am Vormittag gesagt, dort gibt es einen Wanderweg, der auf die Klippen führt und von wo man aus einen fantastischen Blich auf den Sonnenuntergang hat. Gesagt, getan. Knapp 40 Kilometer Fahrweg waren es nach Dyfjord. Ich war ein wenig panisch, wie lange ich zu wandern hatte. Schließlich war es bereits 18.30 Uhr. Offiziell war der Sonnenuntergang 19.53 Uhr, ich hatte aber eine Bergkette auf der anderen Seite des Fjordes. Somit rechnete ich mit 19.30 Uhr in etwa. Meine Sorgen entpuppten sich als unbegründet, der Pfad war gut erkennbar und auch gut zu gehen. Ich schreibe hierzu einen gesonderten Artikel.

Mehamn Finnmark
Mehamn ist ein typischer Fischereiort. Aber auch ein Knotenpunkt für diesen nördlichen Teil Norwegens mit einem Flughafen und der Anlegestelle für die Hurtigroute.

Nachdem ich meine Fotos und die Zeit auf den Klippen genossen hatte, war es an der Zeit ins Hotel zurück zu fahren. Ich hatte vor, gleich am frühen Morgen die Heimreise anzutreten. Ich wollte Überraschungen vermeiden (wie auf der Hinfahrt) und hatte eine andere Route ausgewählt.

Gut ausgeschlafen wachte ich am Sonntagmorgen gegen 7.30 Uhr auf. Die Sachen waren schnell verstaut, und kurz nach 8.00 Uhr machte ich mich auf den Heimweg. 1120 km lagen diesmal vor mir und ich hoffte, zwischen 0.00 und 2.00 Uhr am Montagmorgen zu Hause zu sein. Die Route war jedoch so super, dass ich bereits gegen 22.00 Uhr in Umeå war.

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Road Trip Finnmark Fakten und Fazit

2 Gedanken zu „Road Trip Finnmark Norwegen Teil 4

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