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Road Trip Finnmark Norwegen Teil 2

Im 2. Teil meines Artikels zu dem Road Trip in die Finnmark durchquere ich das nördliche Finnland mit einigen Überraschungen. Ich lerne, dass meine Zeitplanung manchmal etwas zu optimistisch ist und das Entfernungen durchaus relativ sind. Außerdem entschließe ich mich, meine ursprüngliche Planung für das Etappenziel zu ändern.

Die Nacht im Hotel war ganz okay. Ich prüfte ständig die Wetterprognosen und schaute mir immer wieder die Route an. Irgendwann fand ich dann auch ein wenig Schlaf. Ich hatte mir vorgenommen, nicht so sehr spät aufzubrechen, auch wenn es nur rund 500 Kilometer von Pajala nach Kirkenes sind. Gerade in dünn besiedelten Gebiet ist das recht einfach zu fahren. Zudem hatte ich Tageslicht und so eine bessere Sicht, was Rentiere und Elche anging.

Das Frühstück im Hotel war reichhaltig und ich fühlte mich rundum zufrieden. 750 schwedische Kronen hatte ich für ein Einzelzimmer inklusive Frühstück bezahlt. Das mag auf dem ersten Blick etwas hoch erscheinen, aber es ist doch für schwedische Verhältnisse ein normaler Tarif. So setzte ich gut gesättigt und mit einem Kaffee neben mir im Auto meine Fahrt dann gegen 8.00 Uhr am Morgen fort. Erstes Ziel war Kaunisjoensuu. Hier überquerte ich den Muonioälven, den Grenzfluss zwischen Finnland und Schweden. Ein mächtiger, 380 Kilometer langer Fluss, der schließlich in den Torne Älv mündet. Auf der finnischen Seite befindet sich Kolari, von dort fuhr ich landeinwärts nach Levi / Sirkka.

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Finnland liefert! Die ersten 100 km ist schönster Herbstanfang.

Die Strecke war wunderbar zu fahren, ein wunderschöner Herbsttag präsentierte sich mir. Nach meiner Routenplanung hatte ich in Sirkka auf die 956 und dann auf die 955 abzubiegen. Gedacht, getan. Nach einigen Kilometern endete die asphaltierte Straße und wurde zu einem Schotter- und Kiesweg. Das ist nun nicht allzu ungewöhnlich im Norden von Schweden, Finnland und Norwegen. Ich kontrollierte meine Route, ob ich eventuell falsch abgebogen war. Nein, alles korrekt. Gut, dachte ich mir, wahrscheinlich wird es dann auf der 955 besser. Wurde es nicht… 😊

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Wo bin ich hier gelandet? 🙂 70 km Kiesweg liegen vor mir in Finnland

Zum Umkehren und eine neue Route zu suchen, dazu war es zu spät. Ich hatte die Wahl, etwa 2 Stunden zurück zu fahren oder in nördlicher Richtung einen riesigen Umweg auf mich nehmen zu müssen. Beides keine Option, denn dies bedeutet, dass ich erst am späten Nachmittag oder frühen Abend in Kirkenes ankommen würde. So setzte ich die Fahrt auf der unbefestigten Straße fort. Landschaftlich der Hammer, fahrtechnisch der Horror. Insgesamt 70 Kilometer ging es so, dann endlich wieder eine gewöhnliche Straße. Ich erreichte Inari gegen 11.00 Uhr. Zügig kam ich weiterhin voran und so war ich gegen 12.45 in Kirkenes.

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Die Barentssee bei “Grense Jakobselv”. Die Felsen rechts gehören zum russischen Staatsgebiet

Etwas mehr als 1 Stunde lag ich in meinem Zeitplan zurück. So entschloss ich mich, direkt weiter zur Grense Jakobselv zu fahren, immerhin waren dies auch noch einmal circa 70 Kilometer. Und ich hatte meine Lektion gelernt und rechnete mit 1,5 Stunden Fahrtzeit. Und außerdem war ich nun im „Zielgebiet“ und wollte die Landschaft bewundern. Spannend zudem war, teilweise nur Meter von der Russisch-Norwegischen Grenze zu fahren. Nach Murmansk waren es jetzt lächerliche 220 Kilometer…

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Der Grenzfluss zu Russland. Die Grenze verläuft in der Mitte des Flusses.

Etwa gegen 14.30 Uhr hatte ich endlich mein erstes Etappenziel erreicht. Es war ein wirklich heftiges Gefühl. Vor mir die Barentssee, links von mir keine 100 Meter die Grenze zur Russischen Föderation. Ich bereite mir einen kleinen Imbiss zu, hatte ich doch gerade mehr als 7 Stunden Fahrt hinter mir. Gerade deswegen nahm ich mir auch die Zeit für einen ausgiebigen Spaziergang. Ursprünglich wollte ich den Freitag in Kirkenes verbringen. Aber mein Etappenziel lag noch einmal 330 Kilometer entfernt plus der 70 Kilometer zurück nach Kirkenes. Dies erschien mir nach den Erfahrungen des Tages dann doch etwas zu gewagt. Ich würde den halben Samstag im Auto verbringen, von einer Wandertour konnte dann keine Rede mehr sein. So entschloss ich mich, die Fahrt fortzusetzen in Richtung Mehamn. Ich war fest entschlossen, den Leuchtturm von Gamvik bei schönen Wetter zu fotografieren und diese Garantie hatte ich nur für den Samstagvormittag. Bereits am frühen Nachmittag hatte sich wechselhaftes Wetter angekündigt.

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König-Oskar-II.-Kapelle / Grense Jakobselv. Der Ort hat eine spannende Geschichte.

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2 Gedanken zu „Road Trip Finnmark Norwegen Teil 2

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