Die endliche Dimension der Unendlichkeit

Fast jeden Tag, wenn ich die Newsseiten durchblättere, sehe ich, wie jemand Bekanntes diese Welt verlassen hat. Oder wie ein Unfall oder eine Krankheit jemanden aus dem Leben reißt. Für einige Minuten halte ich dann inne. Und mir wird für einen Augenblick bewusst, wie verschwenderisch wir mit unserer kostenbaren Zeit umgehen.

Die kleinen Kriege, die wir zwischenmenschlich jeden Tag führen. Die Momente, an denen wir fluchen, streiten, stänkern oder einfach nur sinnlose Debatten führen. Das sind die Zeitfresser, die uns unsere Lebenszeit stehlen.

Damit man mich nicht falsch versteht, ich habe nichts gegen konstruktive Diskussionen. Mir ist auch klar, dass nicht jeder jeden liebt oder mag. Das ist einfach zu akzeptieren und zu verstehen. Deswegen muss ich noch lange nicht mit solchen Menschen Ewigkeiten streiten oder Kleinkrieg führen. Mit den Jahren habe ich gelernt, solchen Dingen einfach aus dem Weg zu gehen. Mich ermüden solche Zankereien einfach nur.

Mehr und mehr wird mir bewusst, dass meine Zeit nicht unendlich ist. Mit 20 schien mir die Welt und das Leben unbegrenzt. Zeit war etwas, dass im Überfluss vorhanden war. Mit den Jahren (und mit meinem Job) hat sich dies nach und nach verändert. Ich will jeden Tag mit Dingen füllen, die mir ein Lächeln auf die Lippen zaubern. Oder die mir ein gutes Gefühl geben. Und selbst wenn es nur ein kurzer Augenblick ist! Man kann nicht jeden Tag happy sein. Graue Tage gibt es zur Genüge.

Aber mal ehrlich! Warum sollte man über Dinge jammern, die man nicht ändern kann? Zu kalt, zu warm, zu viel Regen – es gibt Menschen, die können sich regelrecht in solche Dinge hineinsteigern. Aber man kann es halt nicht ändern. Wenn es regnet, dann regnet es halt. Ich nehme mir dann eine Tasse Kaffee, stelle mich ans Fenster und denke mir „Welch ein Scheißwetter…“ und schlürfe genüsslich aus meiner Tasse und freue mich, dass ich hier drin im trockenen bin.

Und um zum Thema Zeit zurückzukommen. Man muss nicht jeden Tag den Mount Everest besteigen, um den Tag mit etwas Aufregenden zu füllen. Ein gutes Buch, ein guter Film, ein netter Chat oder einfach nur ein tolles Abendessen kann schon einen schönen Moment ausmachen. Eine Erinnerung für morgen.

Also lass deine Zeit nicht sinnlos verstreichen! Mach etwas, was dir Spaß macht und wenn es nur für ein paar Minuten ist! Viel zu schnell kommen wir an den Punkt, wo wir rückblickend feststellen, dass wir viel zu verschwenderisch mit unserer Lebenszeit waren.

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